EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Markelsheim von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bahnstation Markelsheim

Bau und Streckeneröffnung Die 58,99 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Crailsheim und Bad Mergentheim wurde am 15. Oktober 1868 von den Königlich Württembergischen Staats- Eisenbahnen (K.W.St.E.) in Betrieb genommen. Bedingt durch die Verzögerung der Bauarbeiten durch den Krieg mit Österreich 1865 eröffneten die K.W.St.E. und die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen (BadStB) ihre 58,99 Kilometer lange Teilstrecke von Crailsheim über Markelsheim nach Bad Mergentheim erst am 23. Oktober 1869. Am gleichen Tag wurde die 100,3 Kilometer lange Gesamtstrecke eröffnet. Das Verwaltungsgebäude gehört zu den kleineren Typenbauten der „Taubertalbahn“.

Das Empfangsgebäude Markelsheim

Das traufenständige, zweistöckige und symmetrische Gebäude von 1869 aus Muschelkalkquadern errichtet, besaß zwei große gekuppelte, bogenförmige Eingangstüren mit beidseitigen Bogenfenstern. Sie hoben den Eingang hervor. Zwischen den Türen wurden zwei eiserne Maueranker eingelassen. Auch hier findet sich der für Tauberfranken typische, an Orts- und Gleisseite aufgesetzte Dacherker, der den Eindruck eines weiteren Stockwerks vermittelte. Die aus Backstein gemauerten Entlastungsbogen mit Schlussstein aus Muschelkalk über den Fenstern und Türen gaben dem Gebäude sein besonderes Aussehen. Im Obergeschoss waren gekoppelte Rechteckfenster mit Fensterläden verbaut worden. Das Gebäude besaß ein Satteldach. Im Erdgeschoss befanden sich eine Eingangshalle und Warteraum, Gepäckraum, Kasse und ein Zimmer für die Post (in diesem wurde später das Stellwerk installiert) sowie ein Treppenaufgang zum Obergeschoss. Dort lag die Wohnung des Stationsvorstehers. Der Bahnhof erhielt einen aufgeschütteten Mittelbahnsteig. Östlich des Stationsgebäudes befand sich ein traufenständiger, mit Holzbrettern verschalter Güterschuppen mit Satteldach. Seine Dachgiebel waren mit Schnitzereien versehen. Es verfügte beidseitig über Ladetore und Seitenrampen. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Kopframpe (OK) besaß. Im Bahnhof gab es einen Schmalspur-Rollbockbetrieb. Er gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Nach 1900 erhielt der Bahnhof ein mechanisches Stellwerk, das im Stationsgebäude installiert wurde. 2003 begann die Deutsche Bahn AG (DBAG) mit ihren umfangreichen Modernisierungsarbeiten an der Strecke. Was hat sich verändert, was ist geblieben Die aufgesetzten Dacherker, wie sie in Schrotzberg und Satteldorf erhalten geblieben sind, wurde später entfernt. Das Gebäude erhielt ein Walmdach. Die rechte Eingangstür wurde im unteren Teil zugemauert. Das ursprüngliche Aussehen des Gebäudes wurde durch die Umbaumaßnahmen verändert. Der Güterschuppen (heute mit Solardach) wurde verkauft und als Ladenlokal genutzt. Der Bahnhof ist trotzdem Teil der Sachgesamtheit „Württembergische Taubertalbahn“ mit Bahnhöfen, Nebengebäuden, Brücken, Gleisanlagen und sämtlichem stationären und beweglichem Zubehör, die unter Denkmalschutz gestellt wurden.
Taubertalbahn Crailsheim Wertheim
Planung und Konzession
Bahnhof von 1869
Luftaufnahme
Bilder Markelsheim
Bahnhof von 1869