EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bahnstation Bad Kreuznach

Bau und Streckeneröffnung

Mit der Eröffnung der Nahetalbahn der Rhein-Nahe Eisenbahn-Gesellschaft (RNE) von Bingerbrück am 15. Juli 1858 entstand auch der Bahnhof “Creuznach Stadtbahnhof”. Am 26. Mai 1860 begann auf der 141,8 km langen Gesamtstrecke der Bahnbetrieb. Zunächst erhielt der Bahnhof ein provisorisches Empfangsgebäude aus Holz.

Das Empfangsgebäude Bad Kreuznach

1860 konnte das dreigeschossige, aus rotem Klinker errichtete Empfangsgebäude in Betrieb genommen werden. Ein viergeschossiger Turm überragte das Stationsgebäude und gab ihm den Charakter einer mittelalterlichen Burg. Außerdem befanden sich noch eine Güterabfertigung mit Rampen, ein Wasserturm, eine Drehscheibe und ein zweiständiger Lokschuppen im Bahnhofsbereich.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Am 1. Juni 1864 baute die RNE an einen zweiten Bahnhof “Creuznach Bad” im Kurgebiet der Stadt, da sich die Anzahl der Kurgäste ständig vergrößerte. 1890 erweiterte die RNE die Gleisanlagen. Dabei wurden auch erstmals Signale und drei Stellwerke installiert. Im März 1896 erhielt der Hausbahnsteig eine gläserne Überdachung. Am 3. August 1896 eröffnete die schmalspurige “Kreis Creuznacher Kleinbahn” den Betrieb vom Stadtbahnhof nach Winterburg.

Das zweite Empfangsgebäude

Um die strategische Bahn von Gau Algesheim in den Bahnhof zu leiten bedurfte es umfangreicher Bauarbeiten, die am 18. Mai 1901 begannen. Die Gleise wurden hochgelegt, um einen kreuzungsfreien Verkehr zu gewährleisten. Dabei entstanden auch die Inselbahnsteige, die durch einen Personentunnel erreichbar waren. Mit Eröffnung der 17,38 km langen Bahnstrecke von Gau-Algesheim am 15. Mai 1902 bauten die Hessischen Staatseisenbahnen einen neuen Keilbahnhof mit der Bezeichnung Bad Creuznach. Der alte Bahnhof wurde zum Güterbahnhof. Der neue Bahnhof konnte 1905 noch unfertig eröffnet werden. Das neue, verputzte Empfangsgebäude besaß Einflüsse vom Jugendstil. Diese sind an den Fenstern des Wartesaals, die Ornamentik der Giebel und der Giebelfenster zu erkennen. In der Schalterhalle gab es Parkettböden, fünf Fahrkarten- und einen Gepäckschalter. Durch beschlagene Eichenholztüren gelangten die Reisenden in die vier Wartesäle der jeweiligen Klasse. Im Obergeschoss befanden sich Wohnungen. Der Hausbahnsteig war durch einen hölzernen Zaun abgesperrt. Die endgültigen Bauarbeiten sowie die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurden 1907 abgeschlossen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Die “Kreis Kreuznacher Kleinbahn” stellte am 1. August 1936 den Betrieb ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof 1945 durch Bombardierung schwer beschädigt. 1946/47 wurde das Stationsgebäude behelfsmäßig repariert. Am 2. September 1960 war die offizielle Einweihung, des sanierten, schlichten Empfangsgebäudes, das auf den alten Fundamenten errichtet wurde. Eine grundlegende Sanierung des Bahnhofs erfolgte zwischen 2014 und 2016. Dabei entstand ein neues Stellwerk am Bahnsteig nach Gau Algesheim.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das alte Empfangsgebäude von 1860, ist bis heute erhalten geblieben und wird als Wohnhaus genutzt. In der Schalterhalle des heutigen Stationsgebäudes gibt es verschiedene Serviceangebote von unterschiedlichen Firmen.
Bilder Bad Kreuznach
Bahnhof von 1905
Luftaufnahme
Stadtbahnhof von 1860
Bahnhof von 1905 Bahnhof von 1860 PANORAMA Nahetalbahn Bingen (Rhein) Hbf Saarbrücken Hbf Gau Algesheim - Bad Kreuznach Gau Algesheim Bad Kreuznach Planung und Konzession
nach oben  > nach oben  >