EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Brohl von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Das zweite 6,8 Kilometer lange Teilstück der „linken Rheinstrecke“ zwischen Bonn und Rolandseck eröffnete die Rheinische Eisenbahn- Gesellschaft (RhE) am 21. Januar 1858. Der Weiterbau des 24,16 Kilometer langen Streckenteils nach Weißenthurm ging am 15. August 1858 in Betrieb. Die 181 Kilometer lange Gesamtstrecke wurde am 15. Dezember 1859 eröffnet. Zunächst erhielt Brohl am 15. August 1858 einen Haltepunkt an der 24,16 km langen Teilstrecke von Oberwinter nach Weißenthurm.

Das Empfangsgebäude Brohl

1861 erhielt die Gemeinde das Stationsgebäude, ein im klassizistischen Stil auf rechteckigem Grundriss aus gelben und grünen Ziegeln errichtet wurde. Die Fassade war durch Friese und Gesimse gegliedert. Das zweistöckige Gebäude besaß an Ort- und Gleisseite jeweils einen symmetrischen Giebel. Das Erdgeschoss verfügte über Rundbogenfenster und Türen, das Obergeschoss Fenster mit Segmentbögen, die in Gruppen zusammengefasst wurden. Damit ähnelt das Stationsgebäude den variierten Typenbauten, wie sie von der Rheinische Eisenbahn- Gesellschaft (RhE) gebaut wurden. Im Erdgeschoss gab es Wartesäle, Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Diensträume für das Bahnpersonal. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Stationsvorstehers. Die Bahnsteigüberdachung des Hausbahnsteigs war aus Holz gefertigt. Den aufgeschütteten Mittelbahnsteig konnten die Reisenden über eine Holzabdeckung erreichen. Ein Güterschuppen mit Kopf- und Seitenrampen wurde gegenüber den Gleisen angelegt. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Bis Ende 1868 erfolgte der zweigleisige Ausbau der „linken Rheinstrecke“. Die Eröffnung der schmalspurigen „Brohltaleisenbahn“ war am 14. Januar 1901. Dafür verlegten die Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) einen fast 2 Kilometer langen Gleisanschluss zur Winterhafenanlage am Rhein. Die seitlichen Anbauten mit Flachdach dürften ebenfalls um 1901 entstanden sein. Wobei ein Teil des nördlichen Anbaus fast zweistöckig erhöht wurde, was dem Gebäude ein asymmetrisches Aussehen verlieh. Später verlängerte man den nördlichen Anbau nochmals. Am 29. Mai 1958 begann die Verlegung der elektrischen Oberleitung auf der „linken Rheinstrecke“. Dabei entstand ein Personentunnel zum Mittelbahnsteig sowie ein Stellwerkanbau auf dem Hausbahnsteig. Nach den Jahr 2000 wurde ein separater Flachbau mit einem modernen Stellwerk von der Deutschen Bahn AG errichtet. Der Gemeinderat hat sich im April 2014 das Vorkaufsrecht des Empfangsgebäudes gesichert. Die Bahnsteiganlagen der drei Bahnsteige wurden modernisiert. Dabei baute man nicht mehr notwendige Gleise zurück. Der Bahnhof verfügt über zwei zusätzliche Gleise, die für das Überholen von Zügen genutzt werden.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude ist weitgehend erhalten geblieben. Ein Fahrdienstleiter ist noch im Stellwerk tätig.
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Bilder Brohl
Luftaufnahme